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Der EU AI Act tritt in Kraft: Open Weights überleben, aber mit neuen Auflagen für europäisches Hosting

Mads Kristiansen

CTO, Liviate

Am 2. August 2026 trat das EU-Gesetz über künstliche Intelligenz (AI Act) offiziell in Kraft. Für europäische Hosting-Unternehmen – einschließlich dänischer Anbieter wie Liviate – war dies eines der meistdiskutierten Ereignisse des Jahres. Das Gesetz setzt klare Grenzen dafür, welche KI-Modelle in der EU verkauft oder angeboten werden dürfen, sieht jedoch eine spezifische Ausnahme für „Open-Weight"-Modelle vor.

Was sagt das Gesetz zu Open Weights?

  • Ausnahme für Self-Hosting: Modelle, die als Open Weights veröffentlicht und ausschließlich für Self-Hosting genutzt werden, fallen nicht unter die strengsten Registrierungs- und Überwachungspflichten, solange sie nicht als kommerzieller API-Dienst angeboten werden.
  • FLOP-Grenzen für kommerzielle APIs: Möchte ein Unternehmen ein Modell als API anbieten, muss es unter einer bestimmten FLOP-Grenze bleiben oder ein Compliance-Team beschäftigen, das Sicherheitsmaßnahmen dokumentieren kann.
  • Ein Gegengewicht zur „Frontier"-Dominanz: Das Gesetz versucht, die Monopolisierung von KI-Kapazitäten durch amerikanische „Frontier"-Labs einzudämmen, indem es europäische Alternativen fördert.

Konsequenzen für dänisches Hosting

  • Größere Verantwortung: Self-Hosting bringt Freiheit, aber auch die volle Verantwortung für Datensicherheit, Schutz personenbezogener Daten und möglichen Missbrauch. Hosting-Anbieter benötigen klare Richtlinien dafür, wie Kunden die Modelle nutzen dürfen.
  • Raum für lokale Infrastruktur: Open-Weight-Modelle wie Mistral, Meta Llama, Google Gemma und neue europäische Alternativen können nun auf dänischem Boden betrieben werden, was die Datensouveränität stärkt und die Abhängigkeit von ausländischen Cloud-Diensten verringert.
  • Dokumentationspflichten: Auch wenn die Modelle „offen" sind, müssen Hoster sowohl die DSGVO als auch den AI Act einhalten – das bedeutet detaillierte Protokolle über Nutzung und Datenverarbeitung.

Was sagten die Experten?

In den damaligen Analysen wies Smart-Stacking darauf hin, dass das Gesetz „ein Sieg für Open Weights" sei, warnte aber, dass Unternehmen „entweder unter der FLOP-Grenze bleiben oder ein Compliance-Team einstellen müssen". Gleichzeitig betonte StudioGlobal, dass „die Sicherheitsrisiken bei Open Weights systemisch gebrochen" seien und die EU vor einem „konkreten regulatorischen Risiko" stehe. Die Anwaltskanzlei Cooley warnte zudem vor Bußgeldern von bis zu 15 Millionen Euro oder 3 % des weltweiten Umsatzes bei unzureichender Transparenz gemäß Artikel 50.

Was können dänische Hosting-Unternehmen tun?

  1. Die relevanten Modelle kartieren – identifizieren Sie, welche Open-Weight-Modelle zu Ihrem Kundensegment passen.
  2. Ein Sicherheitsframework aufbauen – implementieren Sie eingehende und ausgehende Filterung sowie eine klare Nutzungsrichtlinie.
  3. Compliance dokumentieren – legen Sie ein Archiv über Versionen, Quelldateien und Anwendungsbereiche an.

Was bedeutet das für die Zukunft?

Nun, da das Gesetz endlich steht, können europäische Hosting-Unternehmen auf Augenhöhe mit den Amerikanern konkurrieren – vorausgesetzt, sie haben die regulatorischen Anforderungen von Anfang an im Griff. Open Weight hat sich als Fundament für eigenständige KI-Infrastruktur auf europäischem Boden etabliert.

Dieser Artikel wurde von einem technischen Blogautor bei Liviate verfasst, einer dänischen EU-KI-Hosting-Plattform, die Unternehmen beim Self-Hosting von Open-Weight-Modellen unterstützt.

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